Über die SfE

Die SfE - Schule für Erwachsenenbildung - ist eine alternative Schule des Zweiten Bildungsweges zur Vorbereitung auf die allgemeine Hochschulreife bzw. auf den Mittleren Schulabschluss. Sie wird von Schüler*innen und Lehrer*innen selbst verwaltet und ermöglicht aufgrund ihrer staatlichen Unabhängigkeit selbstbestimmtes Lernen ohne Notengebung. Die Prüfung wird nach einer entsprechenden Vorbereitungszeit extern von einer staatlichen Prüfungskommission abgenommen.

Zur Entstehung der SfE

1972 gab es an der privaten Gabbe-Lehranstalt in Berlin einen Schulstreik, der sich gegen einen autoritären Schulleiter, eine reaktionäre Schulordnung, überfüllte Klassen, Leistungsdruck und Kündigungen von Schüler*innen und Lehrer*innen aus politischen Gründen richtete.

Nach einem massiven Polizeieinsatz gegen die Streikenden und nach weiteren Kündigungen wurde der Entschluss gefasst, eine neue Schule zu gründen, selbstverwaltet und mit emanzipatorischem Anspruch. Über Mundpropaganda, Plakate und Hinweise in Jugendsendungen des Rundfunks fanden sich 500 Interessent*innen sowie 70 Lehrer*innen, die bereit waren an der neuen Schule zu unterrichten. 1973 wurde die SfE als gemeinnütziger Verein gegründet und erhielt als private Ergänzungsschule des Zweiten Bildungsweges die BAföG-Würdigkeit. Nach sieben Jahren in einer Büroetage in Berlin-Tempelhof kaufte die SfE 1980, gemeinsam mit mehreren anderen Projekten, ein ehemaliges Fabrikgebäude, den heutigen Mehringhof.

Die SfE ist somit NICHT die Nachfolgeschule zu Gabbes Lehranstalten.

Die SfE heute

Zur Zeit arbeiten an der SFE in acht Klassen etwa 200 Schüler*innen und 11 Lehrer*innen sowie vier Büroangestellte. Die Schüler*innen der Abiturklassen des Zweiten Bildungsweges erhalten elternunabhängiges BAföG. Das Schulgeld beträgt zurzeit 160,00 €. Davon werden die Lehrer*innen, die Angestellten und alle sonstigen Kosten bezahlt.

Hinter den Kulissen

Die SfE ist etwas Unfertiges. Sie widersetzt sich jedem Versuch, als abgeschlossenes Modell dargestellt zu werden. Sie bietet den Schüler*innen die Möglichkeit, die eigenen Standpunkte zu überdenken und neue Lebens- und Arbeitsformen zu entdecken. Vielleicht steckt darin das Utopische: soziale Prozesse auszulösen ohne lähmende Zielvorgaben; negative Erfahrungen einzustecken ohne unterzugehen; positive Erlebnisse zu haben, ohne sich darauf ausruhen zu können; sich zu Unfertigem zu bekennen ohne schlechtes Gewissen. Die tägliche Irritation als Prinzip - kein bequemes Rezept, kein Wundermittel und immer zu wenig, aber trotzdem ein gutes Rezept gegen eine Gesellschaft, in der alles geregelt ist.